Prolog: Der lange Weg

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Neues und Altbewährtes

Azubimarketing als Thema ist ebenso aktuell wie wichtig für kleine und mittlere Unternehmen. Für das erste RKW Magazin des Jahres 2016 haben wir uns daher vorgenommen, Ihnen dieses besondere Thema auch auf eine besondere Weise näherzubringen. „Alles hat seine zwei Seiten“ – wir erzählen eine zusammenhängende Geschichte aus zwei Perspektiven über zwei Medien hinweg mit je zwei Protagonisten. Dieses „transmediale Erzählen“ drängt sich beim Ausbildungsmarketing und den von uns verfolgten Ansätzen (der lange Weg zum Azubi) geradezu auf: Es wird eine Geschichte erzählt, die aus dem Leben gegriffen sein könnte.

Sie zeigt auf, dass Azubimarketing …

… eine systematische Herangehensweise erfordert,
… eine dauerhafte, aber umso lohnenswertere Aufgabe ist,
… in Ihrem Alltag Chancen bietet, aber auch Herausforderungen parat hält, die Sie bewältigen können.

Wir verbinden so neue Ideen der Wissensvermittlung mit Informationen, um Ihnen weiterhin ein interessantes, abwechslungsreiches Magazin mit Mehrwert zu bieten, zu dem wir Sie auch um Feedback bitten wollen.

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Die Geschichte nimmt ihren Lauf …

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Was waren das noch für Zeiten, als sich die Bewerbungen auf dem Schreibtisch stapelten …

Klaus Fröhlich von der Thüringer Energie- und Gebäudetechnik Lustig GmbH schaut mit Wehmut auf das fast leere Posteingangsfach. Ein paar Bewerbungen für die Ausbildung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik gab es schon, doch keine passt wirklich. Meistens stimmen die Zeugnisnoten nicht.

So lange lief es gut für unseren Betrieb, doch jetzt ist der jüngste von uns sieben Mitarbeitern der Chef, und er ist mittlerweile auch schon 45. Wir finden einfach keinen Fachkräftenachwuchs mehr – wie soll das weitergehen?

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… denkt sich der 55-jährige Elektroinstallateur und Ausbilder der Firma, als sein Kollege Komisch ins Büro kommt und ihm die Post in die Hand drückt. Darunter ein Magazin. Gedankenverloren blättert Fröhlich darin herum, bis er auf eine Grafik stößt, die seine Aufmerksamkeit erregt.

Neugierig geworden, schaut er sich das Magazin genauer an. Unter dem Titel „Ausbildungsmarketing“ kann er sich im Groben etwas vorstellen.

Wie passend, dieses Magazin gerade jetzt in die Hände zu bekommen.

Das Verhältnis von Studienanfängern zu Ausbildungsanfängern hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Die Zahl der jungen Menschen, die studieren wollen, liegt inzwischen höher.

Der Top 10 der Ausbildungsberufe 2014 haben wir die Flop 10 gegenübergestellt. In diesen zehn Ausbildungsberufen gab es 2014 die meisten unbesetzten Ausbildungsstellen.

An sich paradox: 2014 gab es doppelt so viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie unversorgte Bewerber. Ein Passungsproblem?

Gute Ausbildungsqualität ist keine Frage der Unternehmensgröße, erzählt Heidi Prigge.
Das Beispiel der Fliesenlegerei Prigge aus dem niedersächsischen Wohnste zeigt dies anschaulich.

Ein paar Seiten weiter sieht er ein bekanntes Gesicht. Diesen Herrn der IHK Ostthüringen hat er bereits einmal bei einer Veranstaltung gesehen. Er liest sich daher Kai Loudovicis Statement durch.

Unterscheidet sich die Situation von kleinen und kleinsten Betrieben bei der Besetzung von Ausbildungsstellen von großen Unternehmen?
Unternehmen jeder Größe berichten von zunehmenden Schwierigkeiten, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen – insbesondere im gewerblich-technischen Bereich. Gründe sind der erhöhte Bedarf in der derzeit guten Auftragslage einerseits, und weniger Bewerbern durch Demografie und den Trend zur Hochschule andererseits. Betriebe – besonders kleinere unbekanntere – müssen sich deshalb intensiver als Arbeitsgeber „vermarkten“, etwa mit Zusatzangeboten wie einem Auslandsaufenthalt während der Ausbildung.

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Was können und was müssen gerade die kleinen tun, um ihre Chancen zu erhöhen, Azubis für sich zu gewinnen?
Wir empfehlen gerade den kleinen Unternehmen in der Region, den direkten Kontakt mit den Schülern zu suchen und langfristige Beziehungen mit Schulen der Region aufzubauen, z. B. über Kooperationsvereinbarungen. Dies kann vom Sponsoring für eine Schulveranstaltung bis zu regelmäßigen „Einladungen“ ins Unternehmen reichen. Wichtig ist, sich „Schülern“ zu präsentieren und auf die Karrieremöglichkeiten quasi „Vor der Haustür“ aufmerksam zu machen.

Wie unterstützt die IHK Ostthüringen zu Gera die Unternehmen dabei?
Die IHK eröffnet Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, sich im Bereich der Berufsorientierung und dem Azubimarketing zu beteiligen. Neben klassischen Ausbildungsmessen können Unternehmer sich auch Online präsentieren (Lehrstellenbörse, Unternehmensdatenbank). Oder im Rahmen der Kampagne „Bleib Lokalmatador“ unter www.dein-ost-thueringen.de mit Berufefinder und Firmenfinder sowie de IHK-Schülercollege unter www.ihk-schuelercollege.de auf sich aufmerksam machen. Im Ergebnis sollen junge Menschen für eine Ausbildung in Ostthüringen begeistert und Schüler und Unternehmer zusammengebracht werden. Eine Übersicht der IHK-Angebote finden Unternehmer und Schüler unter www.gera.ihk.de/berufsorientierung.

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Noch zehn Minuten Pause, dann geht es für Hänsel und Gretel zurück in den Unterricht. Eifrig diskutieren die beiden 14-Jährigen mit ihren Klassenkameraden über das eben im Unterricht Gehörte: Ein Schülerpraktikum kündigt sich an.

Hoffnungsvolle Zukunft …

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Hast Du Dir eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, was Du werden willst, Hänsel? Frau Lämpel sagte vorhin, das Praktikum wäre eine tolle Gelegenheit, in einen Betrieb und den Wunschberuf hineinzuschnuppern.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir da noch nicht so die Gedanken gemacht. Das ist noch so weit hin. Aber Frau Lämpel hat schon recht. Einen Betrieb für das Schülerpraktikum sollten wir nicht völlig planlos wählen. Aber Bock habe ich weniger drauf.

Sumaika gesellt sich zu den beiden.

Sprecht Ihr gerade über das Schülerpraktikum? Das finde ich total spannend. Ich würde mich gerne über so vieles informieren und bin echt neugierig. Ich habe so viele Fragen.

Die habe ich auch, Sumaika. Ich habe mich aber noch nicht mit dem Arbeitengehen beschäftigt, mit Berufen und so. Das erscheint mir alles noch so fern. Und das Schülerpraktikum irgendwie auch.

Da klingelt es, die Pause ist zu Ende und die drei gehen gemeinsam in den Klassenraum, die Mathematikstunde steht auf dem Stundenplan. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass darüber gesprochen wurde …

Informationen sind Jugendlichen besonders wichtig bei der Berufsorientierung und der Beurteilung, ob ein Ausbildungsberuf oder ein ausbildendes Unternehmen interessant ist oder nicht. Betriebe, die für ausreichend Informationen sorgen, sich offen präsentieren und viele Einblicke gewähren, fallen positiv auf, denn einige junge Menschen (und auch Eltern) fühlen sich nicht ausreichend genug informiert.

Was passiert in Episode 1?

In Episode 1 des Magazins dreht sich alles um den „attraktiven Ausbildungsbetrieb“ und die Frage, was Azubimarketing ausmacht. Sie lernen mit Herrn Lustig Fröhlichs Chef kennen und begleiten beide auf eine Unternehmenswerkstatt zum Thema Arbeitgeberattraktivität. Hänsel und Gretel geben weitere Einblicke in ihr Seelenleben, während Sie sich auf die Suche nach einem passenden Betrieb für ihr Schülerpraktikum machen.